›Senior Debt
Erstrangige beziehungsweise vorrangige Fremdfinanzierung, in der Regel durch Grundpfandrechte und weitere Sicherheiten unterlegt. Senior Debt wird nicht nur von Banken bereitgestellt, sondern auch von Versicherungen, Debt Funds und anderen institutionellen Kapitalgebern. Sie bildet üblicherweise die größte und zinsgünstigste Tranche im Kapitalstapel und gibt über Covenants und Auszahlungsvoraussetzungen den Rahmen für nachrangige Tranchen vor.
Senior Debt & Bankdarlehen
Siehe auch: Junior Debt, Mezzanine, LTV – Loan to Value
›Mezzanine
Kapital, das wirtschaftlich zwischen vorrangigem Fremdkapital und Eigenkapital steht. Je nach Ausgestaltung kann Mezzanine überwiegend schuldrechtliche Merkmale aufweisen, etwa als Nachrangdarlehen mit fester Verzinsung, oder eigenkapitalähnliche Merkmale, etwa über Gewinnbeteiligungen oder Wandlungsrechte. Die Einordnung wirkt sich auf Rangfolge, Sicherheiten, Bilanzierung und steuerliche Behandlung aus und ist im Einzelfall zu prüfen.
Mezzanine-Kapital
Siehe auch: Junior Debt, Preferred Equity, Intercreditor Agreement
›Junior Debt
Nachrangige Fremdkapitaltranche, die im Rang zwischen Senior Debt und Eigenkapital steht. Sie wird nach dem vorrangigen Kapital bedient und trägt entsprechend ein höheres Risiko, was sich in der Verzinsung und in strengeren Kontrollrechten niederschlägt. Das Verhältnis zur Senior-Tranche wird regelmäßig in einer Gläubigervereinbarung geregelt.
Siehe auch: Senior Debt, Mezzanine, Intercreditor Agreement
›Whole Loan
Finanzierungslösung, bei der ein Kapitalgeber einen Beleihungsbereich abdeckt, der über eine klassische reine Senior-Tranche hinausgeht. Für den Kreditnehmer bedeutet das einen Ansprechpartner, eine Dokumentation und einen Prozess, was den Zeitbedarf bis zur Valutierung verringern kann. Ob und wie intern in Tranchen aufgeteilt oder weiterplatziert wird, hängt vom jeweiligen Kapitalgeber ab.
Whole Loan
Siehe auch: Senior Debt, Junior Debt
›Bridge Financing
Kurzfristige Zwischenfinanzierung bis zu einem definierten Ereignis – etwa einer Refinanzierung, einem Verkauf, der Fertigstellung oder der Bereitstellung einer langfristigen Finanzierung. Entscheidend ist die belastbare Ausstiegsperspektive: Kapitalgeber prüfen bei Bridge-Strukturen vor allem, wie und wann die Rückführung erfolgen soll.
Bridge-Finanzierung
Siehe auch: Exit, Term Sheet
›LTV – Loan to Value
Verhältnis des Darlehensbetrags zum Wert der Immobilie. Maßgeblich ist, welcher Wert herangezogen wird – Markt-, Verkehrs- oder Beleihungswert – und zu welchem Stichtag. Der LTV ist eine zentrale Risikokennzahl für Kapitalgeber und häufig als Covenant vereinbart.
LTV = Darlehensbetrag / Immobilienwert
Siehe auch: LTC – Loan to Cost, Debt Yield, Covenant
›LTC – Loan to Cost
Verhältnis des Darlehensbetrags zu den Gesamtinvestitionskosten eines Projekts. Bei Projektentwicklungen ist der LTC aussagekräftiger als der LTV, weil während der Bauphase noch kein stabilisierter Ertragswert vorliegt. Welche Kostenpositionen in die Gesamtinvestitionskosten einfließen, wird im Kreditvertrag definiert.
LTC = Darlehensbetrag / Gesamtinvestitionskosten
Siehe auch: LTV – Loan to Value, Senior Debt
›DSCR – Debt Service Coverage Ratio
Verhältnis des für den Kapitaldienst verfügbaren Cashflows zum Kapitaldienst aus Zins und Tilgung. Werte unter 1,0 bedeuten rechnerisch, dass der laufende Cashflow den Kapitaldienst nicht deckt. Die genaue Definition – etwa welche Erträge und Kosten einfließen und über welchen Zeitraum gemessen wird – kann im Kreditvertrag abweichen.
DSCR = verfügbarer Cashflow für Kapitaldienst / Kapitaldienst
Siehe auch: ICR – Interest Coverage Ratio, Covenant, Debt Yield
›ICR – Interest Coverage Ratio
Verhältnis eines definierten Ertrags oder Cashflows zum Zinsaufwand. Anders als der DSCR berücksichtigt der ICR die Tilgung nicht und eignet sich daher insbesondere für endfällige Strukturen. Die konkrete Definition variiert je nach Kreditvertrag.
ICR = definierter Ertrag / Zinsaufwand
Siehe auch: DSCR – Debt Service Coverage Ratio, Covenant
›Debt Yield
Verhältnis des nachhaltigen Nettoertrags zum Darlehensbetrag. Die Kennzahl misst, welchen laufenden Ertrag das Objekt je Einheit Fremdkapital erwirtschaftet, und hängt anders als DSCR oder ICR nicht unmittelbar von Zinssatz, Tilgung oder Laufzeit ab. Sie wird deshalb genutzt, um Finanzierungen unabhängig vom jeweiligen Zinsumfeld zu vergleichen.
Debt Yield = nachhaltiger Nettoertrag / Darlehensbetrag
Siehe auch: NOI – Net Operating Income, LTV – Loan to Value, DSCR – Debt Service Coverage Ratio
›Covenant
Vertragliche Nebenbedingung eines Kredits. Unterschieden werden Financial Covenants, Informationspflichten und Handlungs- oder Unterlassungspflichten. Typische Financial Covenants:
Siehe auch: Covenant Breach, Cash Sweep
›Covenant Breach
Verletzung einer Kreditvertragsbedingung. Die Rechtsfolgen ergeben sich aus dem Vertrag und reichen von Informations- und Nachbesserungspflichten über Ausschüttungssperren und zusätzliche Tilgungen bis zu Kündigungsrechten. Häufig sind Heilungsfristen, Nachschussmöglichkeiten oder ein Waiver vorgesehen, sodass nicht jede Verletzung unmittelbar zur Kündigung führt.
Siehe auch: Covenant, Cash Sweep
›Cash Sweep
Mechanismus, bei dem definierte überschüssige Cashflows ganz oder teilweise zur zusätzlichen Tilgung verwendet werden, statt an die Eigenkapitalgeber ausgeschüttet zu werden. Cash Sweeps werden häufig an das Erreichen oder Verfehlen bestimmter Kennzahlen geknüpft.
Siehe auch: Covenant, Amortisation / Tilgung
›Amortisation / Tilgung
Planmäßige Rückführung des Darlehens über die Laufzeit. Höhe und Struktur der Tilgung beeinflussen den Kapitaldienst und damit unmittelbar den DSCR sowie den Restdarlehensbetrag zum Laufzeitende.
Siehe auch: Bullet Loan / endfälliges Darlehen, DSCR – Debt Service Coverage Ratio
›Bullet Loan / endfälliges Darlehen
Darlehen, dessen Kapitalbetrag im Wesentlichen am Laufzeitende zurückgeführt wird. Während der Laufzeit werden regelmäßig Zinsen und gegebenenfalls eine reduzierte Tilgung gezahlt. Der Refinanzierungs- oder Verkaufszeitpunkt am Laufzeitende ist entsprechend planungsrelevant.
Siehe auch: Amortisation / Tilgung, Bridge Financing
›Non-Recourse
Finanzierung, bei der der Rückgriff grundsätzlich auf das Projekt, die Objektgesellschaft und die bestellten Sicherheiten begrenzt ist. In der Praxis bestehen häufig Ausnahmen: Fertigstellungs-, Kostenüberschreitungs- oder Zinsgarantien sowie sogenannte Recourse-Carve-outs für bestimmte Verhaltensweisen. Der Umfang ergibt sich aus der jeweiligen Dokumentation.
Siehe auch: Limited Recourse, Covenant
›Limited Recourse
Finanzierung mit vertraglich begrenzten Rückgriffsmöglichkeiten auf Sponsor oder Gesellschafter, etwa der Höhe nach, zeitlich oder auf bestimmte Sachverhalte beschränkt. Die Abgrenzung zu Non-Recourse ist fließend und ergibt sich aus den vereinbarten Garantien.
Siehe auch: Non-Recourse
›Intercreditor Agreement
Vereinbarung zwischen vorrangigen und nachrangigen Kapitalgebern über Rangfolge, Zahlungsströme, Informationsrechte, Stillhaltepflichten und Verwertungsrechte. Sie regelt insbesondere, wer in einer Störungssituation welche Schritte einleiten darf und in welcher Reihenfolge Rückflüsse verteilt werden. Für nachrangige Tranchen ist sie oft ebenso bedeutsam wie der Kreditvertrag selbst.
Siehe auch: Junior Debt, Mezzanine, Waterfall
›Term Sheet
Zusammenfassung der wesentlichen wirtschaftlichen und strukturellen Finanzierungsbedingungen vor Erstellung der endgültigen Kreditdokumentation – etwa Betrag, Laufzeit, Marge, Sicherheiten, Covenants und Auszahlungsvoraussetzungen. Ob und in welchem Umfang ein Term Sheet bindet, hängt von seiner Ausgestaltung ab; häufig sind nur einzelne Regelungen verbindlich.
Siehe auch: Margin, Covenant
›Margin
Kreditmarge, die oberhalb des vereinbarten Referenzzinssatzes auf das Darlehen erhoben wird. Sie spiegelt Risiko, Rang, Laufzeit und Struktur wider und kann an Kennzahlen gekoppelt sein, etwa über eine Margin-Anpassung bei verändertem LTV.
Siehe auch: EURIBOR, Term Sheet
›EURIBOR
Referenzzinssatz im Euro-Geldmarkt, der in variabel verzinsten Finanzierungen als Basis für die Zinsberechnung dient. Vereinbart werden regelmäßig eine bestimmte Laufzeitvariante sowie Regelungen für den Fall negativer Werte oder eines Wegfalls des Referenzsatzes.
Siehe auch: Margin, Hedging / Zinssicherung
›Hedging / Zinssicherung
Instrumente zur Begrenzung oder Steuerung von Zinsrisiken, etwa Zinsswap oder Zinscap. Kreditverträge sehen häufig eine Absicherungspflicht in bestimmtem Umfang vor. Kosten, Laufzeit und Ausgestaltung wirken unmittelbar auf den Kapitaldienst und damit auf Finanzierungskennzahlen.
Siehe auch: EURIBOR, DSCR – Debt Service Coverage Ratio
›Green Loan
Finanzierung, deren Mittel für vertraglich definierte nachhaltige Zwecke verwendet werden – maßgeblich ist also die Mittelverwendung. Kriterien, Nachweise und Berichtspflichten werden im Kreditvertrag festgelegt und orientieren sich an Marktrahmenwerken. Davon zu unterscheiden ist der Sustainability-Linked Loan: Dort ist die Mittelverwendung grundsätzlich frei, dafür sind die Konditionen an das Erreichen vereinbarter Nachhaltigkeitskennzahlen geknüpft. Bessere Konditionen ergeben sich in keinem der beiden Fälle automatisch; Wirkung auf Marge oder Verfügbarkeit hängt vom Kapitalgeber und vom Einzelfall ab.
Siehe auch: ESG, CRREM
›Equity
Eigenkapital des Sponsors oder Investors. Es steht im Rang hinter allen Fremdkapitaltranchen, trägt den ersten Verlust und partizipiert im Gegenzug am Wertzuwachs. Umfang und Zusammensetzung des Eigenkapitals sind für Kapitalgeber ein zentrales Prüfkriterium.
Equity & Joint Venture
Siehe auch: Preferred Equity, Waterfall
›Preferred Equity
Kapital mit gegenüber gewöhnlichem Eigenkapital bevorzugten wirtschaftlichen Rechten, etwa einer vorrangigen Ausschüttung oder bevorzugter Rückführung. Je nach Ausgestaltung können zusätzliche Kontroll- oder Zustimmungsrechte vereinbart sein. Preferred Equity ist nicht generell als Fremdkapital einzuordnen; die rechtliche und bilanzielle Behandlung folgt der konkreten Struktur.
Siehe auch: Mezzanine, Preferred Return, Equity
›Preferred Return
Vorrangige Mindestverzinsung, die einem Kapitalpartner zusteht, bevor weitere Gewinne verteilt werden. Sie ist regelmäßig Bestandteil der vereinbarten Verteilungsreihenfolge und kann kumulativ ausgestaltet sein.
Siehe auch: Waterfall, Promote
›Waterfall
Vertraglich festgelegte Reihenfolge, in der Rückflüsse an Fremd- und Eigenkapitalgeber verteilt werden – typischerweise zunächst Kapitaldienst, dann Rückführung des eingesetzten Kapitals, anschließend Vorzugsverzinsung und zuletzt die Gewinnverteilung. Die Ausgestaltung entscheidet darüber, wer in welcher Situation tatsächlich Rückflüsse erhält.
Siehe auch: Preferred Return, Promote, Intercreditor Agreement
›Promote
Überproportionale Gewinnbeteiligung des operativen Partners, sobald definierte Renditeschwellen überschritten sind. Der Promote soll Interessen zwischen Kapitalgeber und operativem Partner angleichen; Schwellen, Staffelung und Berechnungsbasis werden individuell vereinbart.
Siehe auch: Waterfall, Preferred Return