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Immobilien-, Finanzierungs- & M&A-Glossar

Fachbegriffe aus Immobilientransaktionen, Finanzierung, Bewertung und M&A – präzise und praxisnah erklärt.

Begriffsindex

Immobilien & Bewertung

›Bruttoanfangsrendite

Verhältnis der anfänglichen Bruttomiete zum Kaufpreis oder zur gewählten Bewertungsbasis. Die Kennzahl ist schnell zu ermitteln und deshalb im Marktgespräch verbreitet. Je nach Berechnung bleiben Erwerbsnebenkosten, nicht umlagefähige Bewirtschaftungskosten und Instandhaltungsrückstellungen unberücksichtigt, sodass zwei Angebote mit gleicher Bruttoanfangsrendite wirtschaftlich sehr unterschiedlich sein können. Vor einem Vergleich sollte deshalb immer geklärt werden, welche Mietbasis und welche Kostenpositionen verwendet wurden.

Bruttoanfangsrendite = Jahresbruttomiete / Kaufpreis

Siehe auch: Nettoanfangsrendite, Faktor / Kaufpreisfaktor

›Nettoanfangsrendite

Die Nettoanfangsrendite beziehungsweise Net Initial Yield (NIY) beschreibt die anfängliche Nettoverzinsung einer Immobilie auf Basis des zum Bewertungsstichtag vorhandenen Ertrags, also nach Abzug der nicht auf Mieter umlegbaren Kosten. Nach verbreiteten institutionellen Standards, insbesondere RICS beziehungsweise EPRA, wird der Nettoertrag ins Verhältnis zum Immobilienwert beziehungsweise Kaufpreis einschließlich der relevanten Erwerbsnebenkosten gesetzt. Die genaue Berechnungskonvention kann je nach Marktbericht, Datenanbieter und Anwendungszweck variieren; bei Renditevergleichen sollten deshalb stets Zähler, Nenner und zugrunde gelegte Kostenbasis geprüft werden.

Siehe auch: NOI – Net Operating Income, Cap Rate / Kapitalisierungszinssatz

›Cap Rate / Kapitalisierungszinssatz

Die Capitalisation Rate beziehungsweise Cap Rate beschreibt das Verhältnis einer definierten einjährigen Ertragsgröße zum Immobilienwert und kann im Rahmen der direkten Kapitalisierung dazu verwendet werden, einen Ertrag in einen Wert zu überführen. Welche Ertragsgröße zugrunde gelegt wird – beispielsweise aktueller, normalisierter oder stabilisierter Net Operating Income –, hängt vom Bewertungsansatz und der verwendeten Markt- beziehungsweise Datenkonvention ab. Die Cap Rate ist nicht automatisch mit der Net Initial Yield und auch nicht mit dem Liegenschaftszinssatz des deutschen Ertragswertverfahrens gleichzusetzen. Schon kleine Veränderungen der Renditeannahme verschieben den rechnerischen Wert erheblich, weshalb mit Bandbreiten und Sensitivitäten gerechnet wird.

Wert = Ertragsgröße / Cap Rate

Siehe auch: NOI – Net Operating Income, Nettoanfangsrendite

›Faktor / Kaufpreisfaktor

Kaufpreis im Verhältnis zur Jahresmiete, im deutschen Markt die geläufigste Kurzform der Preisangabe. Faktor und Rendite hängen unmittelbar zusammen – der Faktor entspricht rechnerisch dem Kehrwert der Rendite auf derselben Basis. Entscheidend ist, welche Mietbasis zugrunde liegt: Ist-Miete, Marktmiete oder eine bereinigte Mietannahme führen zu deutlich unterschiedlichen Faktoren.

Faktor = Kaufpreis / Jahresmiete

Siehe auch: Bruttoanfangsrendite, Passing Rent / Ist-Miete

›NOI – Net Operating Income

Nachhaltiger operativer Nettoertrag einer Immobilie vor Finanzierungskosten, Steuern und regelmäßig vor bestimmten eigentümerspezifischen Positionen. Der NOI stammt aus der angelsächsischen Praxis und ist mit dem Jahresreinertrag des deutschen Ertragswertverfahrens verwandt, aber nicht deckungsgleich; Abgrenzung und Kostenansätze unterscheiden sich. Ebenso wenig ist er mit dem EBITDA eines Unternehmens gleichzusetzen. Kreditverträge definieren die Größe häufig eigenständig, weshalb bei Kennzahlen wie Debt Yield die jeweilige Vertragsdefinition maßgeblich ist.

Siehe auch: Cap Rate / Kapitalisierungszinssatz, Debt Yield

›Passing Rent / Ist-Miete

Die aktuell vertraglich vereinbarte und laufend gezahlte Miete. Sie ist Ausgangspunkt jeder Cashflow-Betrachtung, sagt aber für sich genommen nichts darüber aus, ob das Objekt über oder unter Markt vermietet ist.

Siehe auch: Marktmiete, ERV – Estimated Rental Value

›ERV – Estimated Rental Value

Aus der angelsächsischen Bewertungspraxis stammende Schätzung der für eine konkrete Fläche unter aktuellen Marktbedingungen erzielbaren Miete. Der ERV ist eine Bewertungsannahme des Gutachters oder Investors und damit enger gefasst als der allgemeine Begriff der Marktmiete; mit mietrechtlichen Größen wie der ortsüblichen Vergleichsmiete ist er nicht gleichzusetzen. Die Differenz zwischen Passing Rent und ERV zeigt, ob bei Neuvermietung oder Vertragsverlängerung Aufwärts- oder Abwärtspotenzial besteht. Ob es sich realisieren lässt, hängt von Restlaufzeiten, Optionen, Investitionsbedarf und Marktentwicklung ab.

Siehe auch: Passing Rent / Ist-Miete, Reversionary Potential

›Marktmiete

Miete, die für eine vergleichbare Fläche unter den jeweiligen Marktbedingungen zwischen unabhängigen Parteien erzielbar wäre. Sie ist weder mit der bestehenden Vertragsmiete noch mit mietrechtlichen Begriffen wie der ortsüblichen Vergleichsmiete gleichzusetzen, die eigenen gesetzlichen Regeln folgen. Abgeleitet wird die Marktmiete aus Vergleichsabschlüssen, Marktberichten und Einschätzungen zur Flächennachfrage; im Bewertungsmodell wird sie flächenbezogen als ERV abgebildet.

Siehe auch: ERV – Estimated Rental Value, Passing Rent / Ist-Miete

›Reversionary Potential

Potenzial, bestehende Mieten über die Zeit in Richtung Marktmiete zu entwickeln. Ob und wann sich dieses Potenzial heben lässt, hängt von Restlaufzeiten, Verlängerungsoptionen, Indexierungsklauseln, gesetzlichen Grenzen sowie vom erforderlichen Investitions- und Vermietungsaufwand ab. In der Bewertung wird es deshalb regelmäßig zeitlich gestaffelt und risikoadjustiert berücksichtigt.

Siehe auch: ERV – Estimated Rental Value, Marktmiete, WAULT – Weighted Average Unexpired Lease Term

›Rent Roll / Mieterliste

Strukturierte Übersicht der wesentlichen Mietvertragsdaten eines Objekts. Sie ist eine der ersten Unterlagen, die Käufer und Finanzierungspartner anfordern, weil sich daraus Cashflow-Profil, Auslaufstruktur und Mieterkonzentration ablesen lassen. Typische Bestandteile:

  • Mieter und Nutzungsart
  • Fläche und Miete
  • Vertragsbeginn und Vertragsende
  • Verlängerungsoptionen
  • Indexierung
  • Break Options und Sonderkündigungsrechte

Siehe auch: WAULT – Weighted Average Unexpired Lease Term, Passing Rent / Ist-Miete

›WAULT – Weighted Average Unexpired Lease Term

Gewichtete durchschnittliche Restlaufzeit der Mietverträge, üblicherweise gewichtet nach Miete oder Fläche. Zu klären ist, ob bis zum vertraglichen Laufzeitende (to expiry) oder bis zur nächsten Sonderkündigungsmöglichkeit (to break) gerechnet wird – beide Varianten sind gebräuchlich und führen zu deutlich abweichenden Werten. Der WAULT verdichtet die Auslaufstruktur in eine Zahl und ist ein Indikator für Cashflow-Stabilität, Wiedervermietungsrisiko und Finanzierbarkeit. Zu Mieterbonität und Marktkonformität der Mieten sagt er nichts aus.

Siehe auch: WALT – Weighted Average Lease Term, Rent Roll / Mieterliste

›WALT – Weighted Average Lease Term

Gewichtete durchschnittliche Mietvertragslaufzeit. Der Begriff wird am Markt nicht einheitlich verwendet: Teilweise ist die Restlaufzeit gemeint und WALT wird synonym zu WAULT gebraucht, teilweise die vereinbarte Gesamtlaufzeit. Vor einem Vergleich zwischen Objekten oder Portfolios sollte deshalb die Berechnungsdefinition geklärt werden.

Siehe auch: WAULT – Weighted Average Unexpired Lease Term

›Vacancy / Leerstand

Zu unterscheiden sind physischer und wirtschaftlicher Leerstand. Physischer Leerstand bezeichnet nicht vermietete Flächen. Wirtschaftlicher Leerstand erfasst darüber hinaus Flächen, die zwar vermietet sind, aus denen aber vorübergehend kein oder ein reduzierter Ertrag fließt, etwa während mietfreier Zeiten. Für Bewertung und Finanzierung ist der wirtschaftliche Leerstand die aussagekräftigere Größe.

Siehe auch: NOI – Net Operating Income, Rent Roll / Mieterliste

›CapEx

Investitionen in Gebäude, Ausbau oder technische Anlagen, die den Zustand, die Nutzbarkeit oder die Lebensdauer einer Immobilie verändern – etwa Dachsanierung, Anlagentausch oder Mieterausbauten. CapEx wird in der Regel nicht als laufende Betriebskosten behandelt, sondern gesondert geplant und häufig separat finanziert. Eine belastbare CapEx-Planung ist Voraussetzung für realistische Cashflow-Modelle.

Siehe auch: OpEx, NOI – Net Operating Income

›OpEx

Laufende operative Kosten des Immobilienbetriebs, etwa Verwaltung, Wartung, Versicherung und Betriebskosten. Für die Ertragsbetrachtung ist entscheidend, welcher Anteil auf Mieter umlegbar ist und welcher beim Eigentümer verbleibt.

Siehe auch: CapEx, NOI – Net Operating Income

›ESG

Environmental, Social, Governance – Kriterien, anhand derer Investoren und Finanzierungspartner nichtfinanzielle Aspekte einer Immobilie oder eines Unternehmens beurteilen. ESG-Anforderungen können Ankaufsprofile, Finanzierungsbedingungen, Berichtspflichten und den Kreis möglicher Käufer beeinflussen. Eine automatische Wertsteigerung durch ESG-Maßnahmen lässt sich daraus nicht ableiten; maßgeblich sind Objekt, Markt und die konkreten Anforderungen der Gegenseite.

Siehe auch: CRREM, Green Loan

›CRREM

Carbon Risk Real Estate Monitor – ein Projekt, das Dekarbonisierungspfade und Analysewerkzeuge für Immobilien bereitstellt. Damit lässt sich die Emissions- und Energieentwicklung eines Gebäudes gegenüber definierten Klimapfaden betrachten. Das CRREM Misalignment Year – früher von CRREM als „Stranding Year“ bezeichnet – ist das Jahr, in dem die Energie- oder CO₂-Intensität eines Gebäudes den jeweiligen CRREM-Dekarbonisierungspfad überschreitet. Ein CRREM Misalignment Year bedeutet nicht automatisch, dass eine Immobilie wirtschaftlich ein Stranded Asset ist oder einen bestimmten Wertverlust erleidet. Ergebnisse hängen stark von Datenqualität, Systemgrenzen und gewähltem Pfad ab und ersetzen keine objektbezogene technische Prüfung.

Siehe auch: Stranded Asset, ESG

›Stranded Asset

Immobilie, bei der wirtschaftliche, regulatorische, technische oder marktbedingte Entwicklungen zu erheblichem Anpassungsbedarf oder zu Wert- und Nutzungsrisiken führen können. Ursache können energetische Anforderungen sein, ebenso aber veränderte Flächennachfrage, überholte Gebäudetechnik oder Nutzungsbeschränkungen. Der Begriff ist weiter gefasst als eine reine Klimapfad-Betrachtung; ein modellbasiertes CRREM-Misalignment ist ein Hinweis auf Handlungsbedarf, für sich genommen aber kein Nachweis, dass ein Objekt gestrandet ist. Maßgeblich bleibt die objektbezogene Prüfung von Investitionsbedarf, Nachnutzung und Marktakzeptanz.

Siehe auch: CRREM, CapEx

›Core / Core+ / Value-Add / Opportunistic

Gängige Einordnung von Immobilieninvestments nach Risiko- und Ertragsprofil. Core steht für stabil vermietete Objekte in etablierten Lagen mit geringem Handlungsbedarf, Core+ für überwiegend stabile Objekte mit begrenztem Optimierungsbedarf, Value-Add für Objekte mit Vermietungs-, Sanierungs- oder Repositionierungsaufgaben und Opportunistic für Situationen mit hohem Entwicklungs-, Umbau- oder Restrukturierungsanteil. Die Abgrenzung ist am Markt nicht vollständig standardisiert und wird von Investoren unterschiedlich gehandhabt.

Siehe auch: Exit, Equity

Immobilientransaktionen

›Asset Deal

Erwerb der Immobilie selbst beziehungsweise konkret definierter Vermögenswerte. Der Käufer übernimmt die im Vertrag bezeichneten Gegenstände und Rechtsverhältnisse; Mietverhältnisse gehen nach den gesetzlichen Regelungen grundsätzlich auf den Erwerber über. Rechtliche, steuerliche und bilanzielle Folgen hängen von der konkreten Ausgestaltung ab und sind im Einzelfall zu prüfen.

Immobilientransaktionen

Siehe auch: Share Deal, SPA – Sale and Purchase Agreement

›Share Deal

Erwerb von Anteilen an der Objektgesellschaft statt der Immobilie selbst. Die Gesellschaft bleibt Eigentümerin und grundsätzlich Vertragspartnerin bestehender Verträge. Zu prüfen sind insbesondere Change-of-Control-, Zustimmungs-, Kündigungs- und Finanzierungsregelungen in wesentlichen Verträgen. Auf Käuferseite erfordert die Struktur eine umfassendere gesellschaftsrechtliche, steuerliche und finanzierungsbezogene Due Diligence, weil historische Risiken und Verbindlichkeiten in der Gesellschaft verbleiben.

Immobilientransaktionen

Siehe auch: Asset Deal, Change of Control, Due Diligence

›Off-Market

Gezielte Ansprache eines begrenzten Käuferkreises ohne breite öffentliche Vermarktung. Der Vorteil liegt in Diskretion, Steuerbarkeit und geringerer Marktbelastung des Objekts. Ein höherer Preis ergibt sich daraus nicht automatisch: Ein kleinerer Adressatenkreis bedeutet weniger Preiswettbewerb, weshalb die Auswahl der angesprochenen Investoren und die Qualität der Unterlagen entscheidend sind.

Siehe auch: Structured Sales Process / strukturierter Verkaufsprozess, Bieterverfahren

›Structured Sales Process / strukturierter Verkaufsprozess

Organisation eines Verkaufs mit definierten Prozessschritten, gestuften Informationsständen, Angebotsfristen und gegebenenfalls mehreren Bieterrunden. Ziel ist ein vergleichbarer Informationsstand aller Interessenten und eine belastbare Vergleichbarkeit der Angebote – nicht nur beim Preis, sondern auch bei Struktur, Finanzierungsnachweis und Zeitplan.

Transaktionsprozess

Siehe auch: Bieterverfahren, Off-Market

›Bieterverfahren

Verfahren mit mehreren potenziellen Erwerbern und definierten Angebotsphasen, regelmäßig beginnend mit indikativen Angeboten und fortgeführt mit verbindlichen Angeboten nach Due Diligence. Ein Bieterverfahren schafft Vergleichbarkeit und Prozessdisziplin, führt aber nicht automatisch zum höchsten Kaufpreis; Marktlage, Objektqualität und Zusammensetzung des Bieterfelds bleiben maßgeblich.

Siehe auch: Indicative Offer / indikatives Angebot, Structured Sales Process / strukturierter Verkaufsprozess

›Indicative Offer / indikatives Angebot

Erste, regelmäßig noch unverbindliche Indikation zu Kaufpreis und Transaktionsstruktur auf Basis eines begrenzten Informationsstands. Es dient der Vorauswahl und der Festlegung, welche Interessenten Zugang zur vertieften Prüfung erhalten.

Siehe auch: NBO – Non-Binding Offer, Binding Offer / verbindliches Angebot

›NBO – Non-Binding Offer

Unverbindliches Angebot, das Preisvorstellung, Struktur, Finanzierungsansatz und Zeitplan skizziert, ohne eine Abschlusspflicht zu begründen. Im Unterschied zum Binding Offer steht es unter dem Vorbehalt der weiteren Prüfung; einzelne Regelungen wie Vertraulichkeit oder Exklusivität können dennoch verbindlich vereinbart sein.

Siehe auch: Binding Offer / verbindliches Angebot, LOI – Letter of Intent

›Binding Offer / verbindliches Angebot

Angebot, das nach abgeschlossener oder weitgehend abgeschlossener Prüfung abgegeben wird und regelmäßig eine Vertragsfassung berücksichtigt. Auch ein als verbindlich bezeichnetes Angebot kann weiterhin Bedingungen enthalten, etwa zu Gremienbeschlüssen oder Finanzierung. Die tatsächliche rechtliche Bindungswirkung hängt von der konkreten Ausgestaltung ab.

Siehe auch: NBO – Non-Binding Offer, Conditions Precedent

›LOI – Letter of Intent

Absichtserklärung, die die wesentlichen wirtschaftlichen Eckpunkte einer geplanten Transaktion festhält. Typische Inhalte:

  • Kaufpreis oder Bewertungsrahmen
  • Transaktionsstruktur
  • Umfang und Ablauf der Due Diligence
  • Exklusivität
  • Zeitplan
  • Finanzierung

Siehe auch: NDA – Non-Disclosure Agreement, Binding Offer / verbindliches Angebot

›NDA – Non-Disclosure Agreement

Vertraulichkeitsvereinbarung, die Umgang, Weitergabe und Verwendung der im Prozess überlassenen Informationen regelt. Sie steht regelmäßig am Anfang eines Transaktionsprozesses, vor der Übermittlung objektbezogener Unterlagen.

Siehe auch: Datenraum / Virtual Data Room, LOI – Letter of Intent

›Due Diligence

Systematische Prüfung eines Objekts, einer Gesellschaft oder eines Portfolios vor dem Erwerb. Je nach Transaktion werden einzelne Prüfungsstränge unterschiedlich tief ausgeführt:

  • Legal: Eigentum, Lasten, Verträge, Genehmigungen
  • Tax: steuerliche Historie und Struktur
  • Financial: Ertrags-, Kosten- und Cashflow-Analyse
  • Technical: Bausubstanz, Technik, Instandhaltungsstau
  • Commercial: Markt, Vermietung, Wettbewerb
  • ESG und Umwelt, soweit relevant

Due Diligence im Detail

Siehe auch: Vendor Due Diligence, Datenraum / Virtual Data Room

›Vendor Due Diligence

Prüfung im Auftrag der Verkäuferseite vor oder während des Verkaufsprozesses. Sie schafft Transparenz über bekannte Themen, beschleunigt den Prozess und reduziert Überraschungen in der Verhandlung. Die Prüfung der Käuferseite ersetzt sie nicht; Käufer und deren Finanzierungspartner führen regelmäßig eine eigene Due Diligence durch.

Siehe auch: Due Diligence

›Datenraum / Virtual Data Room

Strukturierter digitaler Raum, in dem Transaktionsunterlagen bereitgestellt, versioniert und zugriffsgesteuert dokumentiert werden. Struktur und Vollständigkeit des Datenraums beeinflussen Prüfungsdauer, Rückfragen und die Belastbarkeit der abgegebenen Angebote erheblich.

Siehe auch: Due Diligence, NDA – Non-Disclosure Agreement

›SPA – Sale and Purchase Agreement

Kaufvertrag einer Transaktion. Bei Immobilien ist zwischen dem Kaufvertrag über das Grundstück im Asset Deal und dem Anteilskaufvertrag im Share Deal zu unterscheiden. Geregelt werden unter anderem Kaufgegenstand, Kaufpreis und Zahlungsmechanik, Garantien, Freistellungen, Vollzugsbedingungen und der Übergang von Nutzen und Lasten.

Siehe auch: Asset Deal, Share Deal, Signing

›Signing

Unterzeichnung des Transaktionsvertrags. Mit dem Signing steht die Transaktion vertraglich fest, der Vollzug erfolgt jedoch regelmäßig erst später – nach Eintritt der vereinbarten Vollzugsvoraussetzungen.

Siehe auch: Closing, Conditions Precedent

›Closing

Vollzug der Transaktion, nachdem die vereinbarten Vollzugsvoraussetzungen erfüllt oder wirksam abbedungen wurden. Erst zum Closing werden regelmäßig Kaufpreis gezahlt und Eigentum beziehungsweise Anteile übertragen. Signing und Closing sind daher ausdrücklich zu unterscheiden; der Zeitraum dazwischen wird vertraglich geregelt.

Siehe auch: Signing, Conditions Precedent

›Conditions Precedent

Vollzugsbedingungen, die vor dem Closing erfüllt oder wirksam abbedungen sein müssen. In Betracht kommen etwa behördliche Genehmigungen, Zustimmungen von Vertragspartnern, Gremienbeschlüsse, die Ablösung bestehender Finanzierungen oder die Bereitstellung neuer Finanzierungsmittel. Welche Bedingungen gelten, ergibt sich aus dem jeweiligen Vertrag.

Siehe auch: Closing, Change of Control

›Change of Control

Vertragsklausel, die Rechtsfolgen an einen Kontrollwechsel über eine Gesellschaft knüpft. Sie findet sich häufig in Finanzierungs-, Miet-, Betreiber- und Joint-Venture-Verträgen. Mögliche Rechtsfolgen:

  • Zustimmungspflicht
  • Informationspflicht
  • Kündigungsrecht
  • Anpassungsrecht
  • Rückzahlungsverpflichtung

Siehe auch: Share Deal, Conditions Precedent

›Forward Deal

Oberbegriff für Erwerbsstrukturen, bei denen ein Objekt vor Fertigstellung verkauft wird. Die Ausgestaltung reicht vom Forward Purchase mit Zahlung überwiegend bei Fertigstellung bis zum Forward Funding mit baubegleitender Kapitalbereitstellung. Maßgeblich sind jeweils die vertraglich vereinbarte Zahlungsmechanik sowie die Verteilung von Bau-, Vermietungs- und Fertigstellungsrisiken.

Siehe auch: Forward Purchase, Forward Funding

›Forward Purchase

Erwerbsstruktur, bei der der Käufer den wesentlichen Kaufpreis regelmäßig erst bei oder nach Fertigstellung und Eintritt vereinbarter Voraussetzungen zahlt. Das Baurisiko verbleibt damit überwiegend beim Entwickler. Die konkrete Struktur, einschließlich Anzahlungen, Sicherheiten und Abnahmekriterien, kann im Einzelfall abweichen.

Siehe auch: Forward Funding, Forward Deal

›Forward Funding

Struktur, bei der der Käufer bereits während Projektentwicklung oder Bau entsprechend der vertraglichen Ausgestaltung Kapital bereitstellt, typischerweise nach Baufortschritt. Der Entwickler reduziert dadurch den eigenen Kapitalbedarf, der Käufer übernimmt einen Teil der Projektrisiken und sichert sich den Zugriff auf das fertiggestellte Objekt. Eine einheitliche Standardstruktur gibt es nicht; Zahlungsplan, Sicherheiten, Mietgarantien und Fertigstellungsregelungen werden individuell vereinbart.

Forward Funding & Forward Purchase

Siehe auch: Forward Purchase, Forward Deal

›Exit

Geplanter Ausstieg aus einem Investment, etwa durch Verkauf an einen Endinvestor, durch Refinanzierung oder durch Überführung in den langfristigen Bestand. Die Exit-Annahme ist zentraler Bestandteil jeder Kalkulation und wird von Kapitalgebern regelmäßig eigenständig plausibilisiert, weil sie Rückzahlung und Rendite bestimmt.

Siehe auch: Core / Core+ / Value-Add / Opportunistic, Waterfall

Finanzierung

›Senior Debt

Erstrangige beziehungsweise vorrangige Fremdfinanzierung, in der Regel durch Grundpfandrechte und weitere Sicherheiten unterlegt. Senior Debt wird nicht nur von Banken bereitgestellt, sondern auch von Versicherungen, Debt Funds und anderen institutionellen Kapitalgebern. Sie bildet üblicherweise die größte und zinsgünstigste Tranche im Kapitalstapel und gibt über Covenants und Auszahlungsvoraussetzungen den Rahmen für nachrangige Tranchen vor.

Senior Debt & Bankdarlehen

Siehe auch: Junior Debt, Mezzanine, LTV – Loan to Value

›Mezzanine

Kapital, das wirtschaftlich zwischen vorrangigem Fremdkapital und Eigenkapital steht. Je nach Ausgestaltung kann Mezzanine überwiegend schuldrechtliche Merkmale aufweisen, etwa als Nachrangdarlehen mit fester Verzinsung, oder eigenkapitalähnliche Merkmale, etwa über Gewinnbeteiligungen oder Wandlungsrechte. Die Einordnung wirkt sich auf Rangfolge, Sicherheiten, Bilanzierung und steuerliche Behandlung aus und ist im Einzelfall zu prüfen.

Mezzanine-Kapital

Siehe auch: Junior Debt, Preferred Equity, Intercreditor Agreement

›Junior Debt

Nachrangige Fremdkapitaltranche, die im Rang zwischen Senior Debt und Eigenkapital steht. Sie wird nach dem vorrangigen Kapital bedient und trägt entsprechend ein höheres Risiko, was sich in der Verzinsung und in strengeren Kontrollrechten niederschlägt. Das Verhältnis zur Senior-Tranche wird regelmäßig in einer Gläubigervereinbarung geregelt.

Siehe auch: Senior Debt, Mezzanine, Intercreditor Agreement

›Whole Loan

Finanzierungslösung, bei der ein Kapitalgeber einen Beleihungsbereich abdeckt, der über eine klassische reine Senior-Tranche hinausgeht. Für den Kreditnehmer bedeutet das einen Ansprechpartner, eine Dokumentation und einen Prozess, was den Zeitbedarf bis zur Valutierung verringern kann. Ob und wie intern in Tranchen aufgeteilt oder weiterplatziert wird, hängt vom jeweiligen Kapitalgeber ab.

Whole Loan

Siehe auch: Senior Debt, Junior Debt

›Bridge Financing

Kurzfristige Zwischenfinanzierung bis zu einem definierten Ereignis – etwa einer Refinanzierung, einem Verkauf, der Fertigstellung oder der Bereitstellung einer langfristigen Finanzierung. Entscheidend ist die belastbare Ausstiegsperspektive: Kapitalgeber prüfen bei Bridge-Strukturen vor allem, wie und wann die Rückführung erfolgen soll.

Bridge-Finanzierung

Siehe auch: Exit, Term Sheet

›LTV – Loan to Value

Verhältnis des Darlehensbetrags zum Wert der Immobilie. Maßgeblich ist, welcher Wert herangezogen wird – Markt-, Verkehrs- oder Beleihungswert – und zu welchem Stichtag. Der LTV ist eine zentrale Risikokennzahl für Kapitalgeber und häufig als Covenant vereinbart.

LTV = Darlehensbetrag / Immobilienwert

Siehe auch: LTC – Loan to Cost, Debt Yield, Covenant

›LTC – Loan to Cost

Verhältnis des Darlehensbetrags zu den Gesamtinvestitionskosten eines Projekts. Bei Projektentwicklungen ist der LTC aussagekräftiger als der LTV, weil während der Bauphase noch kein stabilisierter Ertragswert vorliegt. Welche Kostenpositionen in die Gesamtinvestitionskosten einfließen, wird im Kreditvertrag definiert.

LTC = Darlehensbetrag / Gesamtinvestitionskosten

Siehe auch: LTV – Loan to Value, Senior Debt

›DSCR – Debt Service Coverage Ratio

Verhältnis des für den Kapitaldienst verfügbaren Cashflows zum Kapitaldienst aus Zins und Tilgung. Werte unter 1,0 bedeuten rechnerisch, dass der laufende Cashflow den Kapitaldienst nicht deckt. Die genaue Definition – etwa welche Erträge und Kosten einfließen und über welchen Zeitraum gemessen wird – kann im Kreditvertrag abweichen.

DSCR = verfügbarer Cashflow für Kapitaldienst / Kapitaldienst

Siehe auch: ICR – Interest Coverage Ratio, Covenant, Debt Yield

›ICR – Interest Coverage Ratio

Verhältnis eines definierten Ertrags oder Cashflows zum Zinsaufwand. Anders als der DSCR berücksichtigt der ICR die Tilgung nicht und eignet sich daher insbesondere für endfällige Strukturen. Die konkrete Definition variiert je nach Kreditvertrag.

ICR = definierter Ertrag / Zinsaufwand

Siehe auch: DSCR – Debt Service Coverage Ratio, Covenant

›Debt Yield

Verhältnis des nachhaltigen Nettoertrags zum Darlehensbetrag. Die Kennzahl misst, welchen laufenden Ertrag das Objekt je Einheit Fremdkapital erwirtschaftet, und hängt anders als DSCR oder ICR nicht unmittelbar von Zinssatz, Tilgung oder Laufzeit ab. Sie wird deshalb genutzt, um Finanzierungen unabhängig vom jeweiligen Zinsumfeld zu vergleichen.

Debt Yield = nachhaltiger Nettoertrag / Darlehensbetrag

Siehe auch: NOI – Net Operating Income, LTV – Loan to Value, DSCR – Debt Service Coverage Ratio

›Covenant

Vertragliche Nebenbedingung eines Kredits. Unterschieden werden Financial Covenants, Informationspflichten und Handlungs- oder Unterlassungspflichten. Typische Financial Covenants:

  • LTV
  • DSCR
  • ICR
  • Debt Yield

Siehe auch: Covenant Breach, Cash Sweep

›Covenant Breach

Verletzung einer Kreditvertragsbedingung. Die Rechtsfolgen ergeben sich aus dem Vertrag und reichen von Informations- und Nachbesserungspflichten über Ausschüttungssperren und zusätzliche Tilgungen bis zu Kündigungsrechten. Häufig sind Heilungsfristen, Nachschussmöglichkeiten oder ein Waiver vorgesehen, sodass nicht jede Verletzung unmittelbar zur Kündigung führt.

Siehe auch: Covenant, Cash Sweep

›Cash Sweep

Mechanismus, bei dem definierte überschüssige Cashflows ganz oder teilweise zur zusätzlichen Tilgung verwendet werden, statt an die Eigenkapitalgeber ausgeschüttet zu werden. Cash Sweeps werden häufig an das Erreichen oder Verfehlen bestimmter Kennzahlen geknüpft.

Siehe auch: Covenant, Amortisation / Tilgung

›Bullet Loan / endfälliges Darlehen

Darlehen, dessen Kapitalbetrag im Wesentlichen am Laufzeitende zurückgeführt wird. Während der Laufzeit werden regelmäßig Zinsen und gegebenenfalls eine reduzierte Tilgung gezahlt. Der Refinanzierungs- oder Verkaufszeitpunkt am Laufzeitende ist entsprechend planungsrelevant.

Siehe auch: Amortisation / Tilgung, Bridge Financing

›Non-Recourse

Finanzierung, bei der der Rückgriff grundsätzlich auf das Projekt, die Objektgesellschaft und die bestellten Sicherheiten begrenzt ist. In der Praxis bestehen häufig Ausnahmen: Fertigstellungs-, Kostenüberschreitungs- oder Zinsgarantien sowie sogenannte Recourse-Carve-outs für bestimmte Verhaltensweisen. Der Umfang ergibt sich aus der jeweiligen Dokumentation.

Siehe auch: Limited Recourse, Covenant

›Limited Recourse

Finanzierung mit vertraglich begrenzten Rückgriffsmöglichkeiten auf Sponsor oder Gesellschafter, etwa der Höhe nach, zeitlich oder auf bestimmte Sachverhalte beschränkt. Die Abgrenzung zu Non-Recourse ist fließend und ergibt sich aus den vereinbarten Garantien.

Siehe auch: Non-Recourse

›Intercreditor Agreement

Vereinbarung zwischen vorrangigen und nachrangigen Kapitalgebern über Rangfolge, Zahlungsströme, Informationsrechte, Stillhaltepflichten und Verwertungsrechte. Sie regelt insbesondere, wer in einer Störungssituation welche Schritte einleiten darf und in welcher Reihenfolge Rückflüsse verteilt werden. Für nachrangige Tranchen ist sie oft ebenso bedeutsam wie der Kreditvertrag selbst.

Siehe auch: Junior Debt, Mezzanine, Waterfall

›Term Sheet

Zusammenfassung der wesentlichen wirtschaftlichen und strukturellen Finanzierungsbedingungen vor Erstellung der endgültigen Kreditdokumentation – etwa Betrag, Laufzeit, Marge, Sicherheiten, Covenants und Auszahlungsvoraussetzungen. Ob und in welchem Umfang ein Term Sheet bindet, hängt von seiner Ausgestaltung ab; häufig sind nur einzelne Regelungen verbindlich.

Siehe auch: Margin, Covenant

›Margin

Kreditmarge, die oberhalb des vereinbarten Referenzzinssatzes auf das Darlehen erhoben wird. Sie spiegelt Risiko, Rang, Laufzeit und Struktur wider und kann an Kennzahlen gekoppelt sein, etwa über eine Margin-Anpassung bei verändertem LTV.

Siehe auch: EURIBOR, Term Sheet

›EURIBOR

Referenzzinssatz im Euro-Geldmarkt, der in variabel verzinsten Finanzierungen als Basis für die Zinsberechnung dient. Vereinbart werden regelmäßig eine bestimmte Laufzeitvariante sowie Regelungen für den Fall negativer Werte oder eines Wegfalls des Referenzsatzes.

Siehe auch: Margin, Hedging / Zinssicherung

›Hedging / Zinssicherung

Instrumente zur Begrenzung oder Steuerung von Zinsrisiken, etwa Zinsswap oder Zinscap. Kreditverträge sehen häufig eine Absicherungspflicht in bestimmtem Umfang vor. Kosten, Laufzeit und Ausgestaltung wirken unmittelbar auf den Kapitaldienst und damit auf Finanzierungskennzahlen.

Siehe auch: EURIBOR, DSCR – Debt Service Coverage Ratio

›Green Loan

Finanzierung, deren Mittel für vertraglich definierte nachhaltige Zwecke verwendet werden – maßgeblich ist also die Mittelverwendung. Kriterien, Nachweise und Berichtspflichten werden im Kreditvertrag festgelegt und orientieren sich an Marktrahmenwerken. Davon zu unterscheiden ist der Sustainability-Linked Loan: Dort ist die Mittelverwendung grundsätzlich frei, dafür sind die Konditionen an das Erreichen vereinbarter Nachhaltigkeitskennzahlen geknüpft. Bessere Konditionen ergeben sich in keinem der beiden Fälle automatisch; Wirkung auf Marge oder Verfügbarkeit hängt vom Kapitalgeber und vom Einzelfall ab.

Siehe auch: ESG, CRREM

›Equity

Eigenkapital des Sponsors oder Investors. Es steht im Rang hinter allen Fremdkapitaltranchen, trägt den ersten Verlust und partizipiert im Gegenzug am Wertzuwachs. Umfang und Zusammensetzung des Eigenkapitals sind für Kapitalgeber ein zentrales Prüfkriterium.

Equity & Joint Venture

Siehe auch: Preferred Equity, Waterfall

›Preferred Equity

Kapital mit gegenüber gewöhnlichem Eigenkapital bevorzugten wirtschaftlichen Rechten, etwa einer vorrangigen Ausschüttung oder bevorzugter Rückführung. Je nach Ausgestaltung können zusätzliche Kontroll- oder Zustimmungsrechte vereinbart sein. Preferred Equity ist nicht generell als Fremdkapital einzuordnen; die rechtliche und bilanzielle Behandlung folgt der konkreten Struktur.

Siehe auch: Mezzanine, Preferred Return, Equity

›Preferred Return

Vorrangige Mindestverzinsung, die einem Kapitalpartner zusteht, bevor weitere Gewinne verteilt werden. Sie ist regelmäßig Bestandteil der vereinbarten Verteilungsreihenfolge und kann kumulativ ausgestaltet sein.

Siehe auch: Waterfall, Promote

›Waterfall

Vertraglich festgelegte Reihenfolge, in der Rückflüsse an Fremd- und Eigenkapitalgeber verteilt werden – typischerweise zunächst Kapitaldienst, dann Rückführung des eingesetzten Kapitals, anschließend Vorzugsverzinsung und zuletzt die Gewinnverteilung. Die Ausgestaltung entscheidet darüber, wer in welcher Situation tatsächlich Rückflüsse erhält.

Siehe auch: Preferred Return, Promote, Intercreditor Agreement

›Promote

Überproportionale Gewinnbeteiligung des operativen Partners, sobald definierte Renditeschwellen überschritten sind. Der Promote soll Interessen zwischen Kapitalgeber und operativem Partner angleichen; Schwellen, Staffelung und Berechnungsbasis werden individuell vereinbart.

Siehe auch: Waterfall, Preferred Return

M&A & Corporate Finance

›Enterprise Value

Wert des operativen Geschäfts eines Unternehmens vor Berücksichtigung der für die Transaktion vereinbarten Net-Debt- und Cash-Positionen. Der Enterprise Value ist die übliche Bezugsgröße für Multiples und Vergleichsbetrachtungen, weil er von der Finanzierungsstruktur weitgehend unabhängig ist. Er ist nicht mit dem Equity Value gleichzusetzen; die Überleitung erfolgt über die vereinbarte Kaufpreisbrücke.

Unternehmensbewertung

Siehe auch: Equity Value, Enterprise-to-Equity-Bridge / Kaufpreisbrücke, Net Debt

›Equity Value

Wert, der den Gesellschaftern auf Basis der vereinbarten Kaufpreisbrücke zugerechnet wird, also der tatsächlich für die Anteile zu zahlende Betrag. Er ergibt sich aus dem Enterprise Value nach Berücksichtigung der vertraglich definierten Debt-like und Cash-like Positionen sowie etwaiger Working-Capital-Anpassungen.

Siehe auch: Enterprise Value, Enterprise-to-Equity-Bridge / Kaufpreisbrücke

›Enterprise-to-Equity-Bridge / Kaufpreisbrücke

Überleitung vom Enterprise Value zum Equity Value. Typische Komponenten können sein:

  • Net Debt
  • Cash
  • Working Capital
  • weitere vereinbarte Debt-like und Cash-like Items

Siehe auch: Enterprise Value, Equity Value, Net Debt

›EBITDA

Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte. Es dient als Näherung für die operative Ertragskraft, ist aber keine Cashflow-Größe: Investitionen, Veränderungen des Working Capital und Steuerzahlungen bleiben unberücksichtigt. In M&A-Prozessen wird regelmäßig nicht das ausgewiesene, sondern ein normalisiertes beziehungsweise bereinigtes EBITDA als Bezugsgröße für Multiples verwendet.

Siehe auch: Adjusted EBITDA / normalisiertes EBITDA, EBIT, Multiple

›Adjusted EBITDA / normalisiertes EBITDA

EBITDA nach vereinbarten oder analysierten Bereinigungen um Sondereffekte, etwa einmalige Aufwendungen, nicht betriebsnotwendige Positionen oder abweichende Gesellschaftervergütungen. Welche Bereinigungen anerkannt werden, ist Gegenstand der Verhandlung und der Financial Due Diligence; nicht jede vom Verkäufer vorgeschlagene Anpassung wird von Käufern akzeptiert.

Siehe auch: EBITDA, Due Diligence

›EBIT

Ergebnis vor Zinsen und Steuern. Im Unterschied zum EBITDA sind Abschreibungen enthalten, weshalb das EBIT den Investitionsbedarf kapitalintensiver Geschäftsmodelle besser abbildet.

Siehe auch: EBITDA

›Multiple

Bewertungsfaktor auf eine finanzielle Kennzahl, etwa EV/EBITDA oder EV/EBIT. Multiples werden aus vergleichbaren Transaktionen oder börsennotierten Unternehmen abgeleitet. Ihre Höhe hängt stark von Branche, Wachstum, Ertragsstabilität, Risikoprofil, Unternehmensgröße und Marktumfeld ab; eine Übertragung ohne Anpassung auf den konkreten Fall ist selten belastbar.

Siehe auch: EBITDA, Enterprise Value, DCF – Discounted Cash Flow

›DCF – Discounted Cash Flow

Bewertungsmethode, bei der zukünftig erwartete Cashflows auf einen Bewertungsstichtag diskontiert werden. Ergebnisqualität und Bandbreite hängen wesentlich von Planungsannahmen, Diskontierungssatz und Endwert ab. In der Praxis wird ein DCF-Ergebnis regelmäßig mit Multiple-Betrachtungen plausibilisiert.

Unternehmensbewertung

Siehe auch: Multiple, Enterprise Value

›Net Debt

Nettofinanzverschuldung nach der für die konkrete Transaktion vereinbarten Definition, im Grundsatz verzinsliche Verbindlichkeiten abzüglich liquider Mittel. Eine allgemeingültige, starre Berechnung gibt es nicht: Welche Positionen als Debt-like gelten – etwa Pensionsverpflichtungen, Leasing, ausstehende Ausschüttungen – wird im Kaufvertrag verhandelt und definiert.

Siehe auch: Enterprise-to-Equity-Bridge / Kaufpreisbrücke, Cash-free / Debt-free

›Working Capital

Kurzfristiges betriebsnotwendiges Umlaufvermögen abzüglich bestimmter kurzfristiger operativer Verbindlichkeiten. In Transaktionen wird regelmäßig ein normalisiertes Zielniveau vereinbart; Abweichungen zum Stichtag führen zu einer Kaufpreisanpassung. Die Definition kann von der bilanziellen Betrachtung abweichen.

Siehe auch: Completion Accounts / Closing Accounts, Enterprise-to-Equity-Bridge / Kaufpreisbrücke

›Cash-free / Debt-free

Bewertungsbasis, bei der das Unternehmen ohne Finanzverbindlichkeiten und ohne liquide Mittel betrachtet wird. Aus dem so ermittelten Enterprise Value wird über die Kaufpreisbrücke der Equity Value abgeleitet. Diese Basis ist in M&A-Prozessen verbreitet, aber nicht bei jeder Transaktion vereinbart.

Siehe auch: Net Debt, Enterprise-to-Equity-Bridge / Kaufpreisbrücke

›Locked Box

Kaufpreismechanismus mit einem wirtschaftlichen Referenzstichtag in der Vergangenheit und einem grundsätzlich festgelegten Equity Value. Das wirtschaftliche Ergebnis ab dem Stichtag steht dem Käufer zu; abgesichert wird dies über Leakage-Regelungen. Der Mechanismus schafft Preissicherheit, setzt aber belastbare Zahlen zum Stichtag voraus.

Siehe auch: Leakage, Completion Accounts / Closing Accounts

›Leakage

Wertabflüsse an Verkäufer oder mit ihnen verbundene Parteien zwischen Locked-Box-Stichtag und Closing, soweit sie nicht ausdrücklich als Permitted Leakage vereinbart sind – etwa Ausschüttungen, Beraterhonorare oder Zahlungen außerhalb des gewöhnlichen Geschäftsbetriebs. Der Kaufvertrag regelt Nachweis, Fristen und Erstattung.

Siehe auch: Locked Box

›Completion Accounts / Closing Accounts

Kaufpreismechanismus, bei dem bestimmte Bilanz- und Finanzpositionen zum Closing ermittelt und zur Kaufpreisanpassung verwendet werden, typischerweise Net Debt und Working Capital. Er bildet die Situation zum Vollzug genauer ab als eine Locked Box, verlängert aber den Prozess und kann zu Nachverhandlungen führen.

Siehe auch: Locked Box, Working Capital

›Earn-out

Variabler Kaufpreisbestandteil, dessen Zahlung von zukünftigen vereinbarten Ergebnissen oder anderen definierten Kriterien abhängt. Earn-outs überbrücken unterschiedliche Erwartungen an die künftige Entwicklung. Entscheidend sind eine eindeutige Bemessungsgrundlage, Regelungen zur Geschäftsführung während der Earn-out-Periode und ein klarer Streitbeilegungsmechanismus.

Siehe auch: Vendor Loan / Verkäuferdarlehen, SPA – Sale and Purchase Agreement

›Vendor Loan / Verkäuferdarlehen

Finanzierungsbaustein, bei dem der Verkäufer einen Teil des Kaufpreises wirtschaftlich als Darlehen stehen lässt. Das kann Finanzierungslücken schließen und Vertrauen in die Fortführung signalisieren. Rang, Laufzeit, Verzinsung und Sicherheiten werden regelmäßig mit den übrigen Kapitalgebern abgestimmt.

Siehe auch: Earn-out, Junior Debt

›Management Buy-out – MBO

Erwerb eines Unternehmens oder einer Beteiligung durch das bestehende Management, häufig gemeinsam mit einem Finanzinvestor und unter Einsatz von Akquisitionsfinanzierung. Zentrale Themen sind Eigenbeitrag des Managements, Beteiligungsprogramm und Governance.

Unternehmensnachfolge

Siehe auch: Management Buy-in – MBI, Financial Investor

›Management Buy-in – MBI

Erwerb oder Beteiligung durch externes Management, das anschließend die Unternehmensführung übernimmt. Gegenüber einem MBO besteht ein höheres Einarbeitungs- und Informationsrisiko, weshalb Due Diligence und Übergangsregelungen besonderes Gewicht haben.

Siehe auch: Management Buy-out – MBO

›Add-on Acquisition

Zukauf eines weiteren Unternehmens durch eine bestehende Plattform oder Unternehmensgruppe. Ziel sind regelmäßig Marktzugang, Kompetenzen, Kapazitäten oder Größeneffekte. Der Integrationsaufwand wird in der Bewertung häufig unterschätzt.

Siehe auch: Buy-and-Build, Buy-Side

›Buy-and-Build

Strategie, bei der eine Plattformgesellschaft durch mehrere Akquisitionen weiterentwickelt wird. Der wirtschaftliche Effekt hängt davon ab, ob Integration, Führung und Finanzierung mit dem Zukauftempo Schritt halten.

Siehe auch: Add-on Acquisition, Financial Investor

›Carve-out

Herauslösung und Veräußerung eines Unternehmens- oder Geschäftsbereichs beziehungsweise einzelner Aktivitäten aus einer größeren Organisation. Zu klären sind insbesondere die Abgrenzung von Vermögenswerten, Verträgen und Personal sowie Übergangsleistungen des Verkäufers. Carve-outs erfordern eine eigene Finanzdarstellung für den herauszulösenden Bereich.

Siehe auch: Due Diligence, Sell-Side

›Buy-Side

Beratung und Prozessführung auf Käuferseite: Zieldefinition und Ansprache, Bewertung, Strukturierung, Finanzierung sowie Steuerung von Due Diligence und Verhandlung.

Unternehmenskauf

Siehe auch: Sell-Side, Due Diligence

›Strategic Buyer

Unternehmen, das eine Akquisition aus operativen oder strategischen Gründen verfolgt, etwa wegen Marktzugang, Technologie, Kapazitäten oder Kundenbeziehungen. Strategische Käufer können Synergien berücksichtigen, verlangen aber häufig eine engere Integration und eine entsprechend detaillierte Prüfung.

Siehe auch: Financial Investor, Buy-Side

›Financial Investor

Investor, dessen Beteiligungsentscheidung primär auf finanziellen Rendite- und Wertsteigerungszielen beruht. Mögliche Kategorien sind unter anderem Private-Equity-Gesellschaften, Family Offices oder institutionelle Investoren. Anlagehorizont, Beteiligungsquote und Einflussnahme unterscheiden sich je nach Investorentyp erheblich.

Private Equity

Siehe auch: Strategic Buyer, Management Buy-out – MBO

›W&I Insurance

Warranty & Indemnity Insurance – Versicherung zur Absicherung bestimmter Garantierisiken aus einer M&A-Transaktion. Sie kann die Haftung des Verkäufers wirtschaftlich begrenzen und Verhandlungen über Haftungsobergrenzen entlasten. Versicherbar sind nur die im Versicherungsvertrag erfassten Risiken; bekannte Sachverhalte und bestimmte Bereiche sind regelmäßig ausgeschlossen.

Siehe auch: SPA – Sale and Purchase Agreement, Due Diligence

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