Senior Debt
Erstrangig besichert, günstigster Baustein, dafür mit dem engsten Korsett: Amortisation, Finanzkennzahlen, Informationspflichten.
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Corporate Finance
Die Finanzierung eines Unternehmenskaufs entscheidet mit darüber, ob der Zukauf in drei Jahren noch eine gute Idee war.
In der Praxis ist es fast immer eine Mischung: eine erstrangige Banktranche, häufig eine Unitranche vom Debt Fund, dazu Mezzanine, Verkäuferdarlehen und Eigenmittel. Welche Kombination passt, ergibt sich nicht aus dem Kaufpreis, sondern aus dem Cashflow des Zielunternehmens.
Wir rechnen die Struktur immer gegen ein gedrücktes Szenario – Marge minus zwei bis drei Punkte, Umsatz zehn Prozent unter Plan. Wenn der Schuldendienst dann noch trägt, ist die Struktur belastbar. Wenn nicht, hilft kein Verhandlungsgeschick beim Kupon.
Ein Punkt, der oft zu spät kommt: Der Verkäufer bewertet Angebote auch nach Finanzierungssicherheit. Eine belastbare Finanzierungsbestätigung, ein belastbarer Eigenkapitalnachweis und ein Prozess ohne Gremienvorbehalt schlagen im Bieterwettbewerb regelmäßig ein höheres, aber nicht ausreichend finanziertes Gebot.
Bausteine
Erstrangig besichert, günstigster Baustein, dafür mit dem engsten Korsett: Amortisation, Finanzkennzahlen, Informationspflichten.
Eine Tranche, ein Kreditgeber, endfällig. Teurer als Senior, spart aber Intercreditor-Verhandlungen und ist deutlich schneller entschieden. Bei Zukäufen mit engem Zeitplan ist das oft mehr wert als der Zinsvorteil einer Bankstruktur.
Beides überbrückt unterschiedliche Preisvorstellungen. Das Verkäuferdarlehen wirkt wie wirtschaftliches Eigenkapital und verbessert die Senior-Kennzahlen; der Earn-out verschiebt einen Teil des Preises in die Zukunft – und braucht eine Bemessungsgrundlage, über die man später nicht streiten muss.
Wenn zwischen Senior-Kapazität und Kaufpreis eine Lücke bleibt, schließt Mezzanine sie – nachrangig, zinsstark, teils mit PIK-Komponente. Sinnvoll, wenn die Rendite des Zukaufs den Zins klar übersteigt. Nicht sinnvoll, um eine zu hohe Bewertung zu finanzieren.
Ablauf
Analyse des Zielunternehmens: bereinigtes EBITDA, Working Capital, Investitionsbedarf. Daraus ergibt sich, was der Cashflow tragen kann.
Aufteilung in Senior, Unitranche, Mezzanine, Verkäuferdarlehen und Eigenmittel – inklusive Downside-Rechnung.
Parallele Ansprache von Banken und Debt Funds mit einheitlichem Informationspaket, damit die Angebote vergleichbar bleiben.
Vergleich nach Gesamtkosten, Covenants, Sicherheiten und Flexibilität für spätere Zukäufe – nicht nur nach der Marge.
Kreditvertrag, Sicherheitenpaket, bei mehreren Tranchen die Intercreditor-Vereinbarung. Hier entstehen die meisten Verzögerungen.
Abstimmung von Finanzierungs- und Kaufvertragsvollzug, Auszahlung und Aufsetzen des laufenden Reportings.
Aus der Praxis
Wer die Struktur bis an die Grenze auslastet, hat beim ersten schwächeren Jahr keine Reserve. Wir verhandeln Covenant-Headroom und – wo möglich – eine Equity-Cure-Klausel, damit ein einzelnes Quartal nicht gleich einen Breach und Nachverhandlungen auslöst.
IT-Zusammenführung, Abfindungen, doppelte Strukturen in der Übergangsphase: Diese Kosten fallen im ersten Jahr an, tauchen aber selten im Finanzierungsmodell auf. Wir setzen dafür eine eigene Linie an, statt sie aus dem laufenden Cashflow zu finanzieren.
Fragen
Senden Sie uns die Eckdaten des Targets – wir rechnen die Debt Capacity und zeigen eine tragfähige Struktur.